{"id":2538,"date":"2019-09-24T14:49:22","date_gmt":"2019-09-24T12:49:22","guid":{"rendered":"https:\/\/de.women.danube-stories.eu\/?page_id=2538"},"modified":"2022-08-05T18:44:49","modified_gmt":"2022-08-05T16:44:49","slug":"regensburg","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.de.woman.danube-stories.eu\/regensburg\/","title":{"rendered":"Regensburg"},"content":{"rendered":"<div class=\"row  \"><div class=\"col-sm-6 col-lg-4 col-md-4 \">\n<div class=\"flexslider \"><ul class=\"slides\"><li><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.de.woman.danube-stories.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Ulm_Stadtfu\u0308htrung.png\" \/><\/li><\/ul><\/div>\n<\/div><div class=\"col-sm-6 col-lg-8 col-md-8 \">\n<div class=\"leaflet-map WPLeafletMap\" style=\"height:355px; width:100%;\"><\/div><script>\nwindow.WPLeafletMapPlugin = window.WPLeafletMapPlugin || [];\nwindow.WPLeafletMapPlugin.push(function WPLeafletMapShortcode() {\/*<script>*\/\nvar baseUrl = atob('aHR0cHM6Ly97c30udGlsZS5vcGVuc3RyZWV0bWFwLm9yZy97en0ve3h9L3t5fS5wbmc=');\nvar base = (!baseUrl && window.MQ) ?\n    window.MQ.mapLayer() : L.tileLayer(baseUrl,\n        L.Util.extend({}, {\n            detectRetina: 0,\n        },\n        {\"subdomains\":\"abc\",\"noWrap\":false,\"maxZoom\":20}        )\n    );\n    var options = L.Util.extend({}, {\n        layers: [base],\n        attributionControl: false\n    },\n    {\"zoomControl\":true,\"scrollWheelZoom\":true,\"doubleClickZoom\":false,\"fitBounds\":false,\"minZoom\":0,\"maxZoom\":20,\"maxBounds\":null,\"attribution\":\"<a href=\\\"http:\\\/\\\/leafletjs.com\\\" title=\\\"A JS library for interactive maps\\\">Leaflet<\\\/a>; \\\\r\\\\n\\u00a9 <a href=\\\"http:\\\/\\\/www.openstreetmap.org\\\/copyright\\\">OpenStreetMap<\\\/a> contributors\"},\n    {});\nwindow.WPLeafletMapPlugin.createMap(options).setView([49.0134297,12.1016236],14);});<\/script><br \/>\n<\/div><\/div>\n<div style=\"height: 100px\"><\/div>\n<div class=\"row  \"><div class=\"col-sm-6 col-lg-4 col-md-4 \">\n<h6>Veranstaltungen<\/h6>\n<ul>\nWir informieren Sie \u00fcber kommende Veranstaltungen.\n<\/ul>\n<\/div>\n<div class=\"col-sm-6 col-lg-8 col-md-8 \">\nRegensburg am n\u00f6rdlichsten Punkt der Donau, einst r\u00f6misches Legionslager, mittelalterliche Gro\u00dfstadt, Sitz des Immerw\u00e4hrenden Reichstags des heiligen R\u00f6mischen Reiches Deutscher Nation, ist heute Boomstadt. Jedes Jahr w\u00e4chst die Stadt um mehr als 2.000 Menschen, die H\u00e4lfte davon sind Frauen.<\/p>\n<p>Was als Frauenforschung vor 50 Jahren begann, war an der katholisch gepr\u00e4gten Universit\u00e4t Regensburg eher Nischenthema. Erst als mit Marietheres List 1988 die erste Intendantin eines \u00f6ffentlichen Hauses in Deutschland an die Spitze des Stadttheaters berufen und mit Christa Meier 1990 die erste Oberb\u00fcrgermeisterin einer bayerischen Gro\u00dfstadt in dieses Amt gew\u00e4hlt wurde, fragte Regensburg nach den Frauen in seiner Geschichte.<\/p>\n<p>In Uni-Seminaren und Arbeitskreisen der Volkshochschulen betrieben Frauen Women Studies. Oberb\u00fcrgermeisterin Meier beauftragte das Stadtarchiv damit, die eigene Frauengeschichte zu erforschen und in einer Ausstellung zu pr\u00e4sentieren. \u201eFrauengeschichte(n)\u201c zeigte den Alltag von Frauen in vielen Jahrhunderten Stadtgeschichte und portr\u00e4tierte Vorbilder: Frauen, die einen wirtschaftlichen, sozialen, politischen oder wissenschaftlichen Weg zur Emanzipation ihres Geschlechts vorlebten. F\u00fcr die neuen Stra\u00dfennamen eines der gr\u00f6\u00dften Entwicklungsgebiete Deutschlands, des Regensburger Baugebiets Burgweinting, kam das allerdings zu sp\u00e4t. Im ersten Bauabschnitt erinnern die Stra\u00dfennamen an bekannte Figuren wie die K\u00fcnstlerin K\u00e4the Kollwitz oder die Widerstandsk\u00e4mpferin Sophie Scholl. Mit Frauennamen der eigenen regionalen Geschichte in der kollektiven Erinnerung zu punkten, sollte noch dauern. Immerhin, 2016 entschied der Stadtrat, Julie von Zerzog \u2013 eine der Regensburgerinnen in den Danube Women Stories \u2013 eine Stra\u00dfe im Bauabschnitt Burgweinting Nordwest III zu widmen.<br \/>\n<\/div><\/div>\n<div style=\"height: 100px\"><\/div>\n<div active=\"0\" class=\"gravity-accordion\">\n        <div>LUISE H\u00c4NDLMAIER, Regensburg<\/div>\r\n        <div>\r\n            <p>\n<p>Die Geschichte von Luise H\u00e4ndlmaier erz\u00e4hlt, wie sich ein typisch weibliches Nebengesch\u00e4ft in ein hoch rentables Hauptgesch\u00e4ft verwandelte.<\/p>\n<p>Luise H\u00e4ndlmaier (geb. Sichart) wurde am 13. November 1910 in Landau an der Isar geboren. Am 31. Oktober 1933 heiratete sie Joseph Karl H\u00e4ndlmaier und damit in eine angesehene Regensburger Metzgerfamilie ein. W\u00e4hrend sich der Schwiegervater um das Fleisch k\u00fcmmerte, experimentierte die Schwiegermutter mit kanadischer Senfsaat, Wasser, Zucker, Branntweinessig und Gew\u00fcrzen. Als der Junior das Gesch\u00e4ft 1949 \u00fcbernahm, blieben die Rollen die gleichen. Luise k\u00fcmmerte sich um den Senf.<\/p>\n<p>Die zweite Generation expandierte. Nach dem Tod ihres Mannes 1955 f\u00fchrte Luise die Metzgerei mit sechs Filialen alleine. Vor allem auf dem Schlachthof ging ihr die M\u00e4nnerwirtschaft auf die Nerven. Eines Tages \u2013 sie war mit der Metzgereik\u00f6chin und langj\u00e4hrigen Vertrauten Resi Lorbert unterwegs \u2013 sagte sie: \u201eWei\u00dft Du was? \u2013 Jetzt h\u00f6r\u2018 ich mit der Metzgerei auf und dann fangen wir zwei mit dem Senf an.\u201c<\/p>\n<p>1963 verkaufte Luise ihre Metzgereien und startete mit der Senfproduktion durch. 1964 gr\u00fcndete sie die Firma \u201eLuise H\u00e4ndlmaier\u201c, verfeinerte das Rezept der Schwiegermutter, produzierte mit Helferinnen immer gr\u00f6\u00dfere Mengen und baute das Produkt zur Marke aus. \u201eLuise H\u00e4ndlmaier\u201c stand jetzt f\u00fcr den \u201eS\u00fc\u00dfen\u201c mit dem roten Etikett. 1965 gewann die Unternehmerin die Milchwerke als Vertriebspartner f\u00fcr die Belieferung von 400 Lebensmittelm\u00e4rkten. Von der Regensburger Gesandtenstra\u00dfe aus zog der S\u00fc\u00dfe Hausmachersenf immer weitere Kreise. Bis wenige Monate vor ihrem Tod stand die Chefin selbst an den Senft\u00f6pfen und half beim Etikettieren. 1981 starb die Senffabrikantin 70-j\u00e4hrig.<\/p>\n<p>Luises Tochter Christa Aumer f\u00fchrte das Gesch\u00e4ft im Stammhaus in der Regensburger Gesandtenstra\u00dfe 17 bis in die 90er Jahre weiter. Noch heute wird der Klassiker der Marke H\u00e4ndlmaier im Familienbetrieb hergestellt. Bis zu 60 Tonnen Senf verlassen die Produktion in Haslbach bei Regensburg t\u00e4glich. 79,8 Prozent betr\u00e4gt dato der Marktanteil im Bereich s\u00fc\u00dfen Senfs in Deutschland.<br \/>\n<\/p>\r\n        <\/div>\r\n    \n        <div>JULIE VON ZERZOG, Regensburg<\/div>\r\n        <div>\r\n            <p>\n<p>Julie von Zerzogs karitatives Engagement steht idealtypisch f\u00fcr b\u00fcrgerliche und adelige Frauen des<br \/>\n19. Jahrhunderts. In ihrer N\u00e4h- und Strickschule bef\u00e4higte sie M\u00e4dchen, durch den Verkauf ihrer Handarbeiten zum Familienunterhalt beizutragen.<\/p>\n<p>1799 in einer der reichsten Regensburger Familien geboren, wuchs Julie im heutigen Thon-Dittmer-Palais auf. Gro\u00dfvater Georg Friedrich von Dittmer hatte mit dem Handel von Salz, Weinen und Bergwerkserzeugnissen gut verdient.<\/p>\n<p>Julie erhielt Unterricht bei einem Hauslehrer und verfolgte die Studien ihrer Br\u00fcder. Aus ihrem Briefwechsel mit dem fr\u00fcheren bayerischen Minister Graf Maximilian Joseph von Montgelas spricht ein f\u00fcr Frauen ihrer Generation au\u00dfergew\u00f6hnlich gro\u00dfes kulturelles, wirtschaftliches, soziales und politisches Interesse.<\/p>\n<p>Mit 28 heiratete sie Adolf von Zerzog, ein sp\u00e4teres Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung, zog mit ihm aufs Land, brachte acht Kinder zur Welt, kehrte 1844 zur\u00fcck nach Regensburg und engagierte sich karitativ. 1847 trat Julie dem \u201eFrauenverein zur Unterst\u00fctzung armer W\u00f6chnerinnen\u201c bei. Sp\u00e4ter verfolgte sie ihren eigenen Plan: eine N\u00e4h- und Strickschule f\u00fcr arme M\u00e4dchen. Zu deren Finanzierung verfasste sie eine kunsthistorische Beschreibung des Rathauses. Die erste Auflage erschien 1848. Nach zwei Jahren hatte sie so viele Exemplare verkauft, dass der Unterricht \u201emit zw\u00f6lf armen M\u00e4dchen\u201c beginnen konnte. Durch den Verkauf von Handarbeiten konnten diese zum Lebensunterhalt ihrer Familien beitragen. Vor allem die gekl\u00f6ppelten Spitzen waren begehrt und wurden auf der Industrieausstellung in M\u00fcnchen pr\u00e4miert. Durchschnittlich 90 Kinder wurden j\u00e4hrlich kostenlos unterrichtet, Julie von Zerzog leitete die Schule in Regensburg noch bis um 1860.<\/p>\n<p>Ihren Lebensabend verbrachte Julie von Zerzog mit ihrem Ehemann auf dessen Familiensitz Gut Nairitz bei Bayreuth. Dort starb sie am 24. Januar 1871. Die meiste Zeit ihres Lebens verbrachte sie jedoch im Palais am Haidplatz 8. Seit 2016 gibt es im Regensburger Stadtteil Burgweinting die Julie-von-Zerzog-Stra\u00dfe.<br \/>\n<\/p>\r\n        <\/div>\r\n    \n        <div>ELLY MALDAQUE<\/div>\r\n        <div>\r\n            <p>\nElly Maldaque, eigentlich Elisabeth, war eine sehr engagierte und all-seits beliebte Lehrerin. Ihr Interesse an kommunistischen Ideen wurde ihr letzten Endes zum Verh\u00e4ngnis.<\/p>\n<p>Geboren im Jahr 1893 in Erlangen, erlernte sie nach der Schule von 1911 bis 1913 den Beruf einer Volksschullehrerin. Dies war in Bayern erst seit 1903 f\u00fcr Frauen m\u00f6glich. Nachdem sie zun\u00e4chst im Schuldienst in Oberpf\u00e4lzer und W\u00fcrttemberger Gemeinden, an Privatschulen in Traunstein und N\u00fcrnberg gearbeitet hatte, kam sie als erste weibliche Lehrerin 1920 an die protestantische Von-der-Tann-Schule in Regensburg. Ihre Lehrmethoden unterschieden sich von den zur damaligen Zeit sonst \u00fcblichen, anstelle des Rohrstocks bot Elly Maldaque Nachhilfe an. Un\u00fcblich f\u00fcr diese Zeit war auch, dass sie ihre Sch\u00fcler*innen bei deren Vornamen ansprach und f\u00fcr deren Probleme und Sorgen ein offenes Ohr hatte. Mit dem Tod ihrer Mutter im Jahr 1927 verlor sie ihre engste Vertraute. Fortan schrieb sie ihre Gedanken in einem Tagebuch nieder. Mit ihrem Vater verstand sie sich \u00fcberhaupt nicht und so zog sie 1929 alleine in eine Wohnung (Orleanstra\u00dfe 4) in der N\u00e4he der Schule.<\/p>\n<p>Dem Tagebuch vertraute sie auch ihre Sympathie zum Kommunismus an. Sie begleitete des \u00d6fteren eine gute Freundin, die einer kommunistischen Partei angeh\u00f6rte, zu Parteisitzungen. Daraufhin wurde sie im Herbst 1929 bespitzelt und es erfolgte im Fr\u00fchjahr 1930 eine Wohnungsdurchsuchung durch die Polizei, bei der das Tagebuch gefunden wurde. F\u00fcr die Polizeidirektion Regensburg stand fest, dass sie wider dem Gesetz einer kommunistischen Partei angeh\u00f6rte. Der Staatminister f\u00fcr Unterricht und Kultus entlie\u00df Elly Maldaque daraufhin ohne Anh\u00f6rung am 28. Juni 1930 aus dem Schuldienst (auf grund kommunistischer Bet\u00e4tigung), fristlos und ohne Versorgungsanspr\u00fcche. Die Eltern ihrer Sch\u00fcler*innen setzten sich mit einer Unterschriftensammlung an den bayrischen Landtag daf\u00fcr ein, dass diese Au\u00dferdienststellung zur\u00fcckgenommen wird \u2013 leider erfolglos.<\/p>\n<p>In Folge dessen erlitt Elly Maldaque einen schweren Nervenzusammenbruch. Der Stadtrat beschloss ihre Einweisung wegen gemeingef\u00e4hrlicher Geisteskrankheit in eine Nervenanstalt. Am 20. Juli 1930, elf Tage nach ihrer Einweisung, starb Elly Maldaque unter bis heute nicht v\u00f6llig gekl\u00e4rten Umst\u00e4nden in der Nervenheilantsalt Karthaus-Pr\u00fcll.<\/p>\n<\/p>\r\n        <\/div>\r\n    \n        <div>MARGARETHE RUNTINGER<\/div>\r\n        <div>\r\n            <p>\nMargarethe Runtinger, geb. Gravenreuther, war die zweite Ehefrau von Matth\u00e4us Runtinger, welcher das etablierte Handelshaus in Regensburg von seinem Vater nach dessen Tod weiterfu\u0308hrte. Durch den Handel war die Familie Runtinger zu bedeutendem Reichtum gekommen. Die Familie Gravenreuther, aus der Margarethe stammte, war ebenfalls eine einflussreiche und wohlhabende Familie. Durch ihre daraus resultierenden Beziehungen und ihren Einfluss verhalf sie ihrem Mann zu so mancher Spitzenposition innerhalb der Regensburger Verwaltung, wie beispielweise zum Amt des Mu\u0308nzmeisters oder zum Stadtbaumeister. Aus der Ehe gingen zwei M\u00e4dchen, Margarete und Barbara, und ein Junge hervor. Dieser starb allerdings schon im S\u00e4uglingsalter, sodass es keinen Stammhalter gab und die Familie nach dieser Generation ausstarb. Posthum erlangte die Familie Runtinger nach dem Fund des Handelsbuchs im Regensburger Stadtarchiv im Jahr 1893 gro\u00dfe Bekanntheit, da das Handelsbuch heutzutage als eine der relevantesten Quellen der Wirtschafts- und Stadtgeschichte des Sp\u00e4tmittelalters in Su\u0308ddeutschland ist. Die handschriftlichen Eintragungen von Margarethe in dem Handelsbuch zeigen, dass sie ma\u00dfgeblich an den Gesch\u00e4ften des weit verzweigten Handelshauses beteiligt war. Es geht daraus hervor, dass sie besonders in den letzten Lebensjahren ihres Mannes das Unternehmen zu gro\u00dfen Teilen leitete. Bemerkenswert dabei ist, dass sie die Geldgesch\u00e4fte in einer Art doppelten Buchfu\u0308hrung notierte \u2013 eine sehr innovative Methode zu der damaligen Zeit. In Regensburg bewohnten die Eheleute Runtinger die Patrizierburg am Fischmarkt, die heutige Keplerstra\u00dfe 1, in der das Amt fu\u0308r Archiv und Denkmalpflege der Stadt Regenburg untergebracht ist. Die Stadt Regensburg verleiht seit 1991 den nach Margarethe Runtinger benannten Preis im zweij\u00e4hrigen Turnus an frauen- und familienorientierte Unternehmen der Stadt und des Landkreises Regensburg.<\/p>\n<\/p>\r\n        <\/div>\r\n    \n<\/div>\n<p>There are a lot of advantages to hiring an expert to compose my essay. 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