{"id":1102,"date":"2017-06-01T15:57:24","date_gmt":"2017-06-01T13:57:24","guid":{"rendered":"https:\/\/women.danube-stories.eu\/?page_id=1102"},"modified":"2022-08-03T15:56:46","modified_gmt":"2022-08-03T13:56:46","slug":"budapest","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.de.woman.danube-stories.eu\/budapest\/","title":{"rendered":"Budapest"},"content":{"rendered":"<div class=\"row  \"><div class=\"col-sm-6 col-lg-4 col-md-4 \">\n<div class=\"flexslider \"><ul class=\"slides\"><li><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.de.woman.danube-stories.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Ulm_Stadtfu\u0308htrung.png\" \/><\/li><\/ul><\/div>\n<\/div><div class=\"col-sm-6 col-lg-8 col-md-8 \"><div class=\"leaflet-map WPLeafletMap\" style=\"height:355px; width:100%;\"><\/div><script>\nwindow.WPLeafletMapPlugin = window.WPLeafletMapPlugin || [];\nwindow.WPLeafletMapPlugin.push(function WPLeafletMapShortcode() {\/*<script>*\/\nvar baseUrl = atob('aHR0cHM6Ly97c30udGlsZS5vcGVuc3RyZWV0bWFwLm9yZy97en0ve3h9L3t5fS5wbmc=');\nvar base = (!baseUrl && window.MQ) ?\n    window.MQ.mapLayer() : L.tileLayer(baseUrl,\n        L.Util.extend({}, {\n            detectRetina: 0,\n        },\n        {\"subdomains\":\"abc\",\"noWrap\":false,\"maxZoom\":20}        )\n    );\n    var options = L.Util.extend({}, {\n        layers: [base],\n        attributionControl: false\n    },\n    {\"zoomControl\":true,\"scrollWheelZoom\":true,\"doubleClickZoom\":false,\"fitBounds\":false,\"minZoom\":0,\"maxZoom\":20,\"maxBounds\":null,\"attribution\":\"<a href=\\\"http:\\\/\\\/leafletjs.com\\\" title=\\\"A JS library for interactive maps\\\">Leaflet<\\\/a>; \\\\r\\\\n\\u00a9 <a href=\\\"http:\\\/\\\/www.openstreetmap.org\\\/copyright\\\">OpenStreetMap<\\\/a> contributors\"},\n    {});\nwindow.WPLeafletMapPlugin.createMap(options).setView([47.497912,19.040235],14);});<\/script><br \/>\n<\/div><\/div>\n<div style=\"height: 100px\"><\/div>\n<div class=\"row  \"><div class=\"col-sm-6 col-lg-4 col-md-4 \">\n<p>Wir informieren Sie \u00fcber kommende Veranstaltungen.<\/p>\n<ul>\n<\/ul>\n<\/div>\n<div class=\"col-sm-6 col-lg-8 col-md-8 \">\nBUDAPEST<\/p>\n<p>Jedes Jahr fahren Millionen von Touristen auf Ausflugsbooten unter unseren sch\u00f6nen Br\u00fccken durch und steigen auf den Gell\u00e9rt-H\u00fcgel, um unsere Welterbe-Stadt und den Blick auf die Donau zu fotografieren. Sie erkunden Budas mittelalterliches Burgviertel und das Zentrum auf der Pester Seite: die Andr\u00e1ssy-Stra\u00dfe und ihre Umgebung von der St.-Stephans-Basilika bis zum Heldenplatz. Heute zeigt Budapests Stadtbild kaum Spuren der Zerst\u00f6rungen des Zweiten Weltkriegs oder der architektonischen Abnormit\u00e4ten der sozialistischen Zeit. Nach dem Regimewechsel wurden Europas gr\u00f6\u00dfte Synagoge und zweitgr\u00f6\u00dftes Parlament restauriert. Viele Menschen interessieren sich jedoch weniger f\u00fcr Touristenattraktionen als f\u00fcr geheime Geschichten der Stadtbewohner. F\u00fcr sie bietet Budapest Walkshop Stadtrundg\u00e4nge \u00fcber die unerforschte politische Vergangenheit, das Leben von Minderheiten und andere interessante Themen.<\/p>\n<p>Einwohner: 1,756 Millionen (2016)<br \/>\n<\/div><\/div>\n<div style=\"height: 100px\"><\/div>\n<div active=\"0\" class=\"gravity-accordion\">\n        <div>JOHANNA HEVESI BISCHITZ, Budapest<\/div>\r\n        <div>\r\n            <p>\n<!--&#091;gr-slider ids=\"1885\"&#093;--><\/p>\n<blockquote><p>Das Fehlen von staatlich finanzierten Waisenh\u00e4usern wurde mir w\u00e4hrend meiner Arbeit im Frauenverband klar, ich musste Abhilfe schaffen. Nicht ein Kind sollte allein gelassen werden.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Johanna Hevesi Bischitz<\/strong> (1827-1898), zeigte ihre Liebe zur Menschheit in der Ungarischen Revolution und dem Unabh\u00e4ngigkeitskrieg von 1848\/49. Sie versorgte Verwundete in ihrem eigenen Haus in Tata. 1866 gr\u00fcndete sie den israelitischen Frauenverein von Pest, der eine der bedeutendsten wohlt\u00e4tigen Einrichtungen der Hauptstadt wurde. Sein oberstes Anliegen war es, tugendhaften armen Frauen zu helfen. Ein besonderes Augenmerk lag dabei auf kranken, schwangeren, verwitweten oder verwaisten Frauen, die sich nicht selbst versorgen k\u00f6nnen. Sie erkannte, dass mit der zunehmenden Verst\u00e4dterung immer mehr Frauen schutzbed\u00fcrftig wurden. F\u00fcr sie waren die Bildung und Ausbildung von Frauen, ebenso wie Arbeitsm\u00f6glichkeiten, ein Mittel zum Schutz vor Armut und Prostitution. Der Verein unterhielt auch ein Waisenhaus und ein Heim f\u00fcr M\u00e4dchen, wo zun\u00e4chst zw\u00f6lf Waisen versorgt wurden, bevor ihre Zahl auf 120 stieg. Der Frauenverein betrieb auch eine koschere Suppenk\u00fcche, die nicht nur armen Menschen warme Mahlzeiten bot.<\/p>\n<p>Der Hauptsitz des Israelitischen Frauenvereins von Pest lag an der Ecke der Kert\u00e9sz- und Dob-Stra\u00dfen, im Geb\u00e4ude des heutigen K\u00fcnstlervereins F\u00e9szek. Der Frauenverein wurde durch Wohlt\u00e4tigkeitsveranstaltungen finanziert, wie etwa B\u00e4lle, Musikabende und Theaterauff\u00fchrungen. Sie zogen Intellektuelle wie Lujza Blaha, Franz Liszt und S\u00e1ndor Br\u00f3dy an. Gleichzeitig boten sie Frauen eine wichtige Gelegenheit, im \u00f6ffentlichen Raum aktiv zu sein und bereiteten den Weg f\u00fcr die Akzeptanz der politischen Teilhabe von Frauen.<\/p>\n<p>Johanna Bischitz wird auch die Gr\u00fcndung des Kindergartenvereins der Hauptstadt zugeschrieben. Als erste Frau (abgesehen von den verwandten von Monarchen und der Heiligen) wurde sie mit einer Statue in Budapest geehrt. Die B\u00fcste ist heute im Ungarischen J\u00fcdischen Museum zu sehen. Bischitz hatte keine Kinder, sah die S\u00f6hne aus erster Ehe ihres Mannes als ihre eigenen an. Der Nobelpreistr\u00e4ger Gy\u00f6rgy Hevesy war ein Nachfahre eines der Jungen. Johanna Bischitz wurde von Franz Joseph I. von \u00d6sterreich ein Adelstitel verliehen.<\/p>\n<p>Im VI. Budapester Bezirk tragen auch heute noch zahlreiche soziale Einrichtungen ihren Namen.<\/p>\n<\/p>\r\n        <\/div>\r\n    \n        <div>ERZS\u00c9BET GA\u00c1L, Budapest<\/div>\r\n        <div>\r\n            <p><div class=\"flexslider \"><ul class=\"slides\"><li><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.de.woman.danube-stories.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/erszebet-gaal.png\" \/><\/li><\/ul><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Erzs\u00e9bet Thur\u00e1nszkyn\u00e9 Ga\u00e1l <\/strong>(1917-1989), eine 28-j\u00e4hrige Krankenpflegerin, fiel dem Bildhauer Zsigmond Kisfaludi Str\u00f3bl im Oktober 1945 an einer Stra\u00dfenbahnhaltestelle auf. Der renommierte K\u00fcnstler war damit beauftragt worden, ein Denkmal f\u00fcr die Befreiung Ungarns zu erschaffen, das auf dem Gell\u00e9rt-H\u00fcgel aufgestellt werden sollte. Statt einer T\u00e4nzerin des Bolshois oder anderer Ber\u00fchmtheiten erschien Ga\u00e1l dem K\u00fcnstler das geeignetste Modell f\u00fcr sein Projekt.<\/p>\n<p>Von Erzs\u00e9bets Jugend ist wenig bekannt. Als sie Kisfaludi traf, lebte sie in einem kleinen Dorf. Drei ganze Tage lang erkl\u00e4rte ihr Kisfaludi die Haltung des K\u00f6rpers, Kopfes und Palmzweiges. Sie stand schlie\u00dflich zehn Tage lang Modell und hielt den Palmzweig immer 20 Minuten lang hoch. Ihre h\u00fcftlangen Haare waren gek\u00fcrzt worden und wurden mit einem F\u00e4cher bewegt, um den Donauwind darzustellen. Erzs\u00e9bet erf\u00fcllte diese Aufgabe als freiwillige Arbeit und erhielt keine Bezahlung. Zur Enth\u00fcllung des Denkmals wurde sie nicht eingeladen.<\/p>\n<p>Erzs\u00e9bet arbeitete als R\u00f6ntgenassistentin. Als sie heiratete und eine Tochter bekam, bat sie Kisfaludi, deren Pate zu sein. Bei der sowjetischen Besatzung wurde Erzs\u00e9bet recht bekannt. Schulklubs und eine Schule wurden nach ihr benannt. Sie wurde zur Pionierin ehrenhalber ernannt und viele unterhielten Briefwechsel mit ihr. In Ungarn baten Journalisten und Pioniere um ihr Foto und ein paar Zeilen, meist kurz vor dem 4. April, dem Tag der Befreiung Ungarns.<\/p>\n<div class=\"oSioSc\">\n<div id=\"tw-target\">\n<div id=\"tw-target-text-container\" class=\"gsrt tw-ta-container tw-nfl\">\n<p id=\"tw-target-text\" class=\"tw-data-text tw-ta tw-text-small\" dir=\"ltr\" data-placeholder=\"\u00dcbersetzung\"><span lang=\"de\" tabindex=\"0\">W\u00e4hrend ihres Lebens gab sie mehrere Interviews. 1984 sprach sie ihren viel zitierten Satz aus: &#8222;Wissen Sie, ich habe f\u00fcr viele unw\u00fcrdige Menschen einen Palmzweig hochgehalten &#8230;&#8220;<\/span><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Ihr Privatleben war weniger erfolgreich. Ihr Mann verlie\u00df sie und starb dann. Trotz ihres Ruhms \u2013 sie war als \u201edie Statue\u201c bekannt \u2013 k\u00e4mpfte sie gegen Ende ihres Lebens mit finanziellen Schwierigkeiten. Nach ihrem Tod erhielt sie kein Ehrengrab. Auch wollte der Staat die Kosten nur f\u00fcr ein Begr\u00e4bnis ohne Priester decken. Unter diesen Bedingungen lehnte ihre trauernde Tochter das Angebot ab. Auf Erzs\u00e9bet Ga\u00e1ls Grab in Sopron steht folgende Inschrift: \u201eHier liegt das Modell f\u00fcr die Freiheitsstatue.\u201c<\/p>\n<p>Diese Geschichte erz\u00e4hlt die Universit\u00e4tsprofessorin und Historikerin Andrea Pet\u0151 bei der Bustour \u201eFrauen im Labyrinth von Budapest\u201c, die von Budapest Walkshop organisiert wird.<\/p>\n<\/p>\r\n        <\/div>\r\n    \n        <div>ETELKA KUNTICH, Budapest<\/div>\r\n        <div>\r\n            <p>\n<div class=\"flexslider \"><ul class=\"slides\"><li><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.de.woman.danube-stories.eu\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Buch_Erg\u00e4nzungen_kunitch-1.png\" \/><\/li><\/ul><\/div>\n<blockquote><p>Ich wurde oft gefragt, warum ich geholfen habe &#8211; nun, weil ich die M\u00f6glichkeit dazu hatte.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Etelka Kuntich<\/strong> (1911 &#8211; 2009), war eine Nonne im \u00f6sterreichischen Orden T\u00f6chter der g\u00f6ttlichen Liebe. Im Zweiten Weltkrieg lebte sie im Kloster auf dem Budapester Sv\u00e1b-H\u00fcgel, wo sie auch als Vorschullehrerin arbeitete. Nach der deutschen Besatzung begannen die Deportationen. Anh\u00e4nger der Pfeilkreuzler-Partei, die wenige Monate sp\u00e4ter an die Macht kam, f\u00fchrten spontane Razzien durch, bei denen zahllose ungarische Juden verschleppt und ermordet wurden. W\u00e4hrend eines solchen Vorfalls rettete Schwester Tarsitia j\u00fcdische Kinder, die sich im Konvent verstecken und so einer Erschie\u00dfung an der Donau entgehen konnten. Derweil hausten Adolf Eichmann, ein \u00f6sterreichischer SS-Obersturmbannf\u00fchrer und seine M\u00e4nner, die im M\u00e4rz 1944 nach Budapest gekommen waren um Deportationen zu organisieren, im Hotel Majestic, einem Geb\u00e4ude im Bauhaus-Stil in der N\u00e4he des Klosters, das bis heute nicht gekennzeichnet ist.<\/p>\n<p>Der Krieg ver\u00e4nderte das Leben der Nonnen radikal. W\u00e4hrend der Belagerung von Budapest wurde ihr Geb\u00e4ude von russischen Soldaten besetzt. Einer kurzen friedlichen Zeit nach dem Krieg folgte der Einzug einer Traktorenschule in das Kloster. 1950, nach dem Wechsel zum kommunistischen Regime, wurden alle religi\u00f6sen Orden aufgel\u00f6st und alles Kircheneigentum verstaatlicht. Die Schwestern mussten als Zivilistinnen Arbeit suchen, was aufgrund ihrer Vergangenheit als Nonnen schwierig war. Sie fanden nur selten Arbeit in ihren Ursprungsberufen, als Krankenschwestern oder Lehrerinnen, und schafften sie es doch, musste ihre Vergangenheit im Kloster geheimgehalten werden.<\/p>\n<p>Etelka Kuntich arbeitete schlie\u00dflich als Beladerin in einer Mine, wo sich ihre Gesundheit wegen der harten k\u00f6rperlichen Arbeit verschlechterte.Sp\u00e4ter beauftragte man sie mit der Gr\u00fcndung einer Vorschule im nahegelegenen Dorf Olaszfalu. Die ehemalige Nonne widmete ihr ganzes Leben der Kindererziehung. Die von ihr im Krieg geretteten Kinder blieben bis zu ihrem Tod 2009 in Kontakt mit ihr. Sie setzten durch, dass sie 1998 den Ehrentitel des Yad-Vashem-Instituts erhielt, \u201eGerechte unter den V\u00f6lkern\u201c. Die Dorfgemeinde Olaszfalu errichtete ihr ein Denkmal, obwohl ihr Kuntichs Aktivit\u00e4ten im Krieg nicht bekannt waren: nicht als lebensrettende Nonne, sondern als legend\u00e4re Vorschullehrerin<\/p>\n<\/p>\r\n        <\/div>\r\n    \n        <div>JUDIT MONA, Budapest<\/div>\r\n        <div>\r\n            <p><div class=\"flexslider \"><ul class=\"slides\"><li><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.de.woman.danube-stories.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Judit-Mona_.png\" \/><\/li><\/ul><\/div>\n<blockquote><p>Zuerst sollte die Situation des Landes verbessert werden.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Judit Mona<\/strong> (1926 &#8211; 1981), stammte aus einer Familie mit drei Kindern in T\u00e1pi\u00f3s\u00fcly. Ihre Eltern waren politisch links eingestellt. Ihre Mutter war Mitglied der Sozialdemokratischen Partei, ihr Vater bewachte als Soldat der Roten Armee die ungarische Grenze. Judit studierte Medizin und heiratete 1951 ihren Kommilitonen Attila Lehoczky. Ihr Sohn kam 1955 zur Welt.<\/p>\n<p>Am 23. Oktober 1956 kam sie von ihrer Arbeit, der Verkehr in Budapest stockte: Die Stalin-Statue wurde gerade gest\u00fcrzt. Judit wurde auch Zeugin der Besetzung des Radiosenders. Anfangs leistete sie medizinische Hilfe in K\u0151b\u00e1nya, bevor sie nach ein paar Tagen zu den K\u00e4mpfern an der Corvin-Passage stie\u00df. Sie wurde die leitende \u00c4rztin in der Pr\u00e1ter-Stra\u00dfe und arbeitete wie besessen in einem improvisierten OP-Saal. Sie behandelte auch Mitglieder des Staatsschutzes (\u00c1VH). Als ein Rebell ihr deswegen Vorw\u00fcrfe machte und eine h\u00e4rtere Behandlung vorschlug, antwortete sie: \u201eK\u00e4mpfer, wie k\u00f6nnen Sie so reden? Dann w\u00e4ren wir genau wie sie.\u201c<\/p>\n<p>Am 6. November floh sie mit den meisten Corvinisten zur westlichen Grenze. Judit und Attila waren gezwungen, Ungarn Ende November ohne ihr Kind zu verlassen. Sie lebten zun\u00e4chst in Wien, dann in Genf, wobei sie immer in Kontakt mit dem Ungarischen Revolutionsrat standen. In einer gewagten Aktion brachte ihr Mann das gemeinsame Kind aus Ungarn heraus.<\/p>\n<p>Kurze Zeit sp\u00e4ter zogen sie in die Vereinigten Staaten, erst nach New York, dann nach Buffalo. Dort \u00e4nderten sie ihren Nachnamen zu Lehotay. Die Amerikaner erkannten ihre ungarischen Abschl\u00fcsse nicht an, weswegen beide ihre Karrieren noch einmal von vorne beginnen mussten. Judit arbeitete als Pathologin in verschiedenen Krankenh\u00e4usern, bevor sie ihr Medizinstudium in New York abschloss. Eine erfolgreiche Berufslaufbahn folgte. Sie wurde Expertin f\u00fcr Forensik und Mitglied in zahlreichen amerikanischen wissenschaftlichen Vereinen und das erste weibliche Vorstandsmitglied des Nationalen Verbands der Gerichtsmediziner.<\/p>\n<p>Judit war ihre ungarische Herkunft wichtig. Sie wurde eine leitende Figur des US-Verbands ungarischer Freiheitsk\u00e4mpfer. Sie engagierte sich auch in der Organisation der amerikanisch-ungarischen Pfadfinderbewegung. 1981 starb sie im Alter von 55 Jahren.<\/p>\n<\/p>\r\n        <\/div>\r\n    \n        <div>CRESCENCE SEILERN, Budapest<\/div>\r\n        <div>\r\n            <p>\n<!--&#091;gr-slider ids=\"1880\"&#093;--><\/p>\n<blockquote><p>Nur der Adel und die Errettung Ungarns sollten das Ziel sein, das uns vereint.<br \/>\nWenn alles schief geht, bleibt der Glaube.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Countess Crescence Seilern-Anspang <\/strong>(1779 &#8211; 1875), wurde in Brno (M\u00e4hren) in eine gut vernetzte, aber wenig bekannte Familie hineingeboren. Von ihren zahlreichen Verehrern w\u00e4hlte die sch\u00f6ne junge Frau im August 1819 Graf K\u00e1roly Zichy. Sie war 20 Jahre j\u00fcnger als ihr Ehemann und hatte zus\u00e4tzlich die Aufgabe, sich um seine sieben Kinder zu k\u00fcmmern. Pflichtbewusst nahm sie ihre neue Verantwortung an.<\/p>\n<p>1823 begegnete Crescence dem jungen und leidenschaftlichen Grafen Istv\u00e1n Sz\u00e9chenyi. Ihre Pers\u00f6nlichkeiten h\u00e4tten nicht unterschiedlicher sein k\u00f6nnen: der Graf war impulsiv und ernst veranlagt, w\u00e4hrend die Gr\u00e4fin voller Leben und von heiterem Gem\u00fct war. Sz\u00e9chenyi machte Crescence unerm\u00fcdlich den Hof, doch sie schickte all seine Briefe unge\u00f6ffnet zur\u00fcck. Insgeheim war sie in den jungen Mann verliebt, wollte jedoch ihre Tugend um jeden Preis bewahren.<\/p>\n<p>Der Graf konzentrierte sich daraufhin auf seine Arbeit. 1832 fuhr er nach England, um den Bau der ersten permanenten Br\u00fccke \u00fcber die Donau zu organisieren, die wir heute unter dem Namen Sz\u00e9chenyi-Kettenbr\u00fccke kennen. Diese Br\u00fccke, aus dem Feuer seiner Begierde f\u00fcr Crescence entstanden, wurde zu seinem Hauptlebenswerk. Nicht lange nach Graf Zichys Tod, nach Ablauf des Trauerjahres, heirateten die beiden am\u00a04. Februar 1836 in einer Kirche am Krisztina-Platz.<\/p>\n<p>Einen Teil ihrer Zeit verbrachten sie in ihrer Residenz in Pest mit Blick auf die Donau und die riesige Kettenbr\u00fccke, den anderen Teil im Schloss in Cenk\/T\u00e2mpa. Zus\u00e4tzlich zu seinen sieben Kindern betreute der Graf auch die sieben Adoptivkinder seiner Frau wie seine eigenen. In den folgenden Jahren gebar Crescence zwei weitere S\u00f6hne. Sie unterst\u00fctzte ihren Gatten in allem und lernte sogar Ungarisch.<\/p>\n<p>1848 brachte eine Wende zum Schlimmeren. Der Graf erlitt einen Nervenzusammenbruch. Er bat Crescence um die Scheidung. Sie blieb jedoch stark und weigerte sich, ihren Mann zu verlassen. Statt dessen brachte sie ihn im D\u00f6blinger Sanatorium unter, wo er angemessen behandelt wurde. Crescence zog nach Wien, um so oft wie m\u00f6glich bei ihm zu sein. Sie waren in st\u00e4ndigem Austausch; besonders sorgte sie die Zukunft ihrer Familie. Nach Sz\u00e9chenyis Selbstt\u00f6tung im Jahr 1860 blieb seine treue Frau bis zu ihrem eigenen Tod 1875 in Trauer.<\/p>\n<\/p>\r\n        <\/div>\r\n    \n<\/div>\n<p>There is a good chance to purchase essays when you&#8217;re struggling with writing assignments or don&#8217;t find the time. 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